Der alte Mann

Es regnet leicht. Ich schaue nach draußen und beobachte die Straße, die zwei Stockwerke unter mir liegt. Ich registriere die Autos, die auf dem Asphalt umherfahren. Menschen, die eilig die Straßenseite wechseln. Sie wirken alle gestresst und getrieben. Ich kneife meine Augen zusammen. Sehe genauer hin, kann aber nicht erkennen, was oder wer sie verfolgt.

Auf dem Bürgersteig gegenüber sitzt ein alter Mann in einem Rollstuhl. Er hat eine Regenjacke an. Eine Mütze schützt den Kopf vor dem leichten Regen. Die Beine sind in eine dicke Decke eingeschlagen. Die Haustür hinter ihm ist einen Spalt geöffnet. Eine aus Holz gebaute Rampe endet auf dem Pflaster. Er sitzt des Öfteren dort. Ich habe ihn bereits mehrmals bemerkt, wie er Menschen und Autos beobachtet. Sein Blick folgt hin und wieder den Geschehnissen auf der Straße. Mehr tut er nicht.

Ich frage mich, was der Mann in seinem Leben alles gesehen hat. Kriege, Leid, Tod und Zerstörung. Familie, die eigenen Kinder, Enkelkinder, Feste und schöne Erlebnisse. Während der alte Mann beobachtet, wie sich zwei junge Frauen auf ihr Handy schauend fast über den Haufen rennen, überlege ich, warum er dort immer wieder auf dem Bürgersteig steht und beobachtet. Hat er Langeweile? Ist es seine letzte Möglichkeit, am Leben teilzuhaben? Er wirkt gelassen und entspannt. Es scheint, als hätte er seinen Verfolger abgehängt. Er sitzt dort und ruft still seine Botschaft auf die Straße. Keiner sieht und hört ihn.

Ich nehme mir einen der Klappstühle aus der Küche, ziehe mir Jacke und Schuhe an. Die Tür fällt mit einem ruhigen »klack« hinter mir ins Schloss. Ich trete auf die Straße. Auf der anderen Seite angekommen klappe ich den mitgebrachten Stuhl auf und stelle ihn neben den Mann im Rollstuhl. «Guten Morgen«, flüster ich ihm zu, während ich mich hinsetze und meine Jacke zurechtzupfe. Der Mann lächelt. Er erwidert meinen Gruß mit einem Kopfnicken. Wir sitzen dort eine Stunde, beobachten das Treiben. Wiederholt treffen sich unsere Blicke. Es wird nichts gesprochen. Seine Botschaften sind für mich auch ohne laute Worte unüberhörbar. »Nimm Dir Zeit, um zu beobachten. Schärfe Deine Sinne, Deine Wahrnehmung. Be- und verurteile weniger. Lade Deinen unsichtbaren Verfolger ein, sich neben Dich zu setzen, um mit Dir auszuruhen. Schaffe Pausen. Nicht, um aufzugeben, sondern um Kraft zu tanken«, höre ich ihn sprechen.

Nach einer Stunde stehe ich auf, klappe den Stuhl zusammen und verabschiede mich. »Bis zum nächsten Mal«, sage ich. Der alte Mann nickt zustimmend. In der Wohnung angekommen schaue ich erneut aus dem Fenster. Er ist verschwunden. Die Holzrampe ist ebenfalls weg. Die Haustür, neben der wir vorhin gesessen haben, ist verschlossen.

»Schaffe Pausen. Nicht, um aufzugeben, sondern um Kraft zu tanken« höre ich in meinem Kopf nachhallen …

Jens T / Gedanken

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Der Investmentbanker und der Fischer

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte wie lange er dazu gebraucht hatte.

Der Mexikaner antwortete: “ Ein paar Stunden nur, nicht sehr lange.“

Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen. Der Mexikaner sagte, die Fische reichten ihm, um seine Familie für die nächsten Tage zu versorgen.

Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?“

Der mexikanische Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen, spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau eine Siesta, gehe ins Dorf, trinke dort ein paar Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Amigos. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.“

Der Banker erklärte: „Ich habe einen MBA von Harvard und könnte Ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös können Sie wiederum mehrere Boote kaufen bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar nach New York City umziehen, von wo aus Sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten.“

Der Mexikaner fragte: „Und wie lange wird das alles dauern?“

Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“

Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“

Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten Sie mit Ihrem Unternehmen an die Börse gehen, ihre Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“

Der Mexikaner sagte: „Millionen. Und dann?“

Der Banker sagte: „Dann könnten Sie aufhören, zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit Ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein paar Gläschen Wein genießen und mit Ihren Freunden Gitarre spielen.“

Autor unbekannt

Beginne dein Leben zu entschleunigen.

Nichts…

Nichts scheint so, wie es wirklich ist.
Sieh die Welt mit anderen Augen. Sei kreativ.
Breche die Regeln, die du dir bis heute selber gesetzt hast. Nichts ist unmöglich. Erschaffe neue und verrückte Dinge.
Treffe neue Menschen. Es sind nicht die anderen, die dich begrenzen. Du bist es selber.
Du bist schon immer frei gewesen, hast es nur irgendwann vergessen. ❤

Jens T / Gedanken2014
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Nacht…

Ich stehe vor deinem Haus und Licht fällt durch das Fenster auf die dunkle Straße. Es ist ein wenig wie früher. Ich weiß, du bist da. In diesem Moment atmest du. Du lebst. Ich bin ein wenig an deiner Seite und doch fern durch das Dunkel der Nacht. Das Licht geht aus. Ich stehe still. Mein Kopf fällt seicht in den Nacken und ich schließe meine Augen. Einen kurzen Moment sehe ich dich in meinen Erinnerungen. Wie du lächelst. Wie du deinen Kopf auf meine Brust legst und ich deinen Atem spüre….

Jens T / Gedanken2014

Du…∞

Das Strahlen Deiner Augen.
Der Duft Deines Haares.
Das Flüstern Deiner Haut, wenn ich sie streichle.
Der Klang Deiner Stimme.
Der Takt Deines Herzschlages.
Die Wärme Deines Körpers.
Deine Grübchen, wenn Du lächelst.
Deine Angst und Deinen Mut.
Deine Traurigkeit und Deine Fröhlichkeit.
All das berührt mich.
All das bewegt mich.
All das liebe ich an Dir.
Nimmst Du meine Hand in Deine?
Wir zwei gegen den Rest der Welt?

∞ Jens T / Gedanken

Schönheit…

 Wirkliche Schönheit ist so viel mehr als Form und Gewicht. Im Zusammenspiel aller Merkmale, auch der unsichtbaren, bildet sich wahre Schönheit und Ausstrahlung.
Sprenge deine Fesseln gesellschaftlicher Dogmen…Jetzt! Ab heute gibt es kein „normal“ mehr. Belächle alle, die sich in die Zwangsjacke dieses Kleindenkens hineinpressen lassen und vorgeben, sich dabei auch noch wohl zu fühlen.

Sicherheit…

Sicherheit über alles. Langfristige Jobs, Sparen sparen sparen. Erst mieten, dann kaufen. Alles für die Zukunft. Grundsätzlich richtig. Aber vergiss niemals, dass du mit 100%-iger Sicherheit noch nicht mal weißt, was in den nächsten 10 Minuten deines Lebens passieren wird. Wenn du immer nur in die Ferne schaust, wirst du niemals die schönen Dinge links und rechts auf deinem Weg sehen.

Jens T / Gedanken

Verlosung :-)

In einem dreiviertel Jahr fast 5.500 Follower bei Facebook und weit über 20.000 Zugriffe auf meinen Blog. Einfach der Wahnsinn. Als Dankeschön an euch verlose ich das Buch „Leben – Gedanken aus seinen Büchern “ von Paulo Coelho. Mit einer persönlichen Notiz von mir, wer´s mag…
Was ihr tun müsst? Einfach diesen Beitrag bis zum 2. Januar 2015 like
n, kommentieren und/oder teilen. Ich freue mich schon… coelho

Gute Vorsätze …

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Überlegt euch erst gar keine guten Vorsätze für 2015. Ich sage euch: Das ist eine Falle! Ein Irrglaube. Das kleine Monster in uns weiß ganz genau, dass die „üblichen guten Vorsätze“ uns für eine Zeit lang beruhigen aber am Ende meistens NICHTS ändern. Das Monster hat Angst vor wirklicher Veränderung, denn dann würde es Macht über dich verlieren. Also, wie schon im letzten Jahr, mein Vorsatz für 2015: Keine „guten Vorsätze“. Und wenn dieses kleine Monster nicht mit Veränderung rechnet…dann ist es fällig! Bis es jammernd in der Ecke sitzt…

Jens T / Gedanken2014
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